Der Turkish Get-Up wirkt auf den ersten Blick fast zu einfach: Du liegst auf dem Rücken, hältst ein Gewicht über dem Kopf und stehst auf, ohne es fallen zu lassen. Nimmst du aber eine Kettlebell in die Hand und versuchst eine einzige Wiederholung, merkst du schnell, warum Trainer ihn zu den vollständigsten Kraftübungen überhaupt zählen. Schultern, Rumpf, Hüfte und Beine arbeiten in einer langsamen, bewussten Bewegung zusammen. Dein ganzer Körper lernt, als eine Einheit zu funktionieren. In diesem Artikel erfährst du, was der Turkish Get-Up genau ist, welche Muskeln er anspricht, worin der größte Nutzen liegt, wie du ihn Schritt für Schritt ausführst und wie du ihn ins Training einbaust.
Was ist der Turkish Get-Up?
Der Turkish Get-Up (oft TGU genannt) ist eine Ganzkörperübung für Kraft und Stabilität: Du kommst aus der Rückenlage in den Stand und hältst dabei durchgehend ein Gewicht über dem Kopf. Die Übung gibt es seit weit über hundert Jahren. Den Namen verdankt sie alten Kraftsportlern und Ringern, die damit belastbare, alltagstaugliche Kraft aufbauten. Laut der Übungsbibliothek des American Council on Exercise wirkt der Ablauf simpel, ist aber anspruchsvoll, weil er Oberkörperkraft, Schulterstabilität und einen starken Rumpf gleichzeitig verlangt.
Der Turkish Get-Up ist keine einzelne große Bewegung, sondern eine Kette kontrollierter Positionen: Abrollen auf den Ellbogen, Aufstützen auf die Hand, Hüftbrücke, Beinzug in den Halbknie-Stand und schließlich das Aufstehen. Danach gehst du jeden Schritt rückwärts zurück auf den Boden. Weil du in jeder Position kurz innehältst und stabilisierst, zeigt die Übung Schwachstellen, die andere Übungen oft verdecken.
Welche Muskeln der Turkish Get-Up trainiert
Der Turkish Get-Up ist so geschätzt, weil eine Wiederholung fast jede große Muskelgruppe mitnimmt. Von oben nach unten arbeiten vor allem:
- Schultern und Rotatorenmanschette: halten das Gewicht über dem Kopf und lassen den Arm in jedem Positionswechsel gestreckt.
- Rumpf und schräge Bauchmuskeln: Die Körpermitte arbeitet durchgehend gegen Rotation und hält den Oberkörper aufrecht und ruhig.
- Gesäß und Hüfte: treiben die Brücke und bringen dich vom Boden ins Knien und in den Stand.
- Latissimus und oberer Rücken: stützen die Schulter und helfen dir, unter Last eine gute Haltung zu halten.
- Oberschenkel vorn und hinten: tragen die Last durch den Ausfallschritt und das letzte Aufstehen.
Weil so viele Muskeln gleichzeitig arbeiten, baut der TGU eine koordinierte, alltagstaugliche Kraft auf, die Isolationsübungen nicht liefern. Genau dieser Ganzkörperreiz macht ihn auch zum starken Mittel für die Kondition, wenn du Wiederholungen aneinanderhängst.
Nutzen des Turkish Get-Up
Baust du den Turkish Get-Up ins Training ein, holst du aus einer Bewegung viel heraus:
- Ganzkörperkraft: Beine, Rumpf und Schultern arbeiten in einer Übung. Der TGU spart damit spürbar Zeit.
- Stabile, belastbare Schultern: Ein Gewicht über dem Kopf bei wechselnden Winkeln trainiert die kleinen Stabilisatoren, die deine Schultern widerstandsfähig halten.
- Rumpfkraft gegen Rotation: Dein Rumpf muss die ganze Zeit gegen Verdrehen arbeiten. So wird die Körpermitte wirklich stark.
- Beweglichkeit mit Kontrolle: Der Get-Up verbindet Hüftmobilität mit einem ruhigen Rücken. Das überträgt sich auf fast jede andere Übung.
- Besserer Griff und bessere Koordination: Ein Gewicht sicher zu führen, gehört zu den typischen Effekten von Kettlebell-Training. Eine kontrollierte Studie in BMC Geriatrics zeigte, dass strukturiertes Kettlebell-Training Griffkraft und alltagsnahe Leistungsfähigkeit klar verbessert.
Turkish Get-Up Schritt für Schritt
Lerne das Muster zuerst mit wenig Last, oder sogar mit einem Schuh auf der Faust, bevor du schwerer gehst. Hier ist der Get-Up für die rechte Seite in klaren Schritten:
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Startposition: Leg dich auf den Rücken, nimm die Kettlebell in die rechte Hand und drück sie senkrecht über die Brust. Stell das rechte Knie auf, Fuß flach. Linken Arm und linkes Bein etwa 45 Grad zur Seite öffnen.
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Abrollen auf den Ellbogen: Streck das Gewicht zur Decke und rolle auf den linken Unterarm. Der Blick bleibt an der Glocke.
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Aufstützen auf die Hand: Drück dich vom Unterarm auf die linke Hand hoch und richte die Brust auf.
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Brücke: Drück über den rechten Fuß und die linke Hand die Hüfte weit vom Boden weg.
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Beinzug ins Knien: Zieh das linke Bein unter den Körper in den Halbknie-Stand. Der Arm bleibt über dem Kopf gestreckt.
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Aufstehen: Komm aufrecht in den vollen Stand, Gewicht weiter über dem Kopf.
- Rückweg: Geh jeden Schritt rückwärts, bis du wieder flach liegst.
Beweg dich langsam und besetze jede Position bewusst. Beim Turkish Get-Up gewinnt Kontrolle, nicht Tempo.
Typische Fehler beim Turkish Get-Up
- Zu hastige Wiederholungen: Wenn du durch die Positionen hetzt, verfehlt die Übung ihren Zweck. Langsamer werden und in jeder Phase stabilisieren.
- Den Überkopf-Arm verlieren: Knickt das Handgelenk oder wandert der Arm nach vorn, verliert die Schulter ihre stabile Position. Die Glocke bleibt über dem Gelenk gestapelt.
- Den Blick vom Gewicht nehmen: In den ersten Schritten die Kettlebell im Blick behalten, das hilft beim Gleichgewicht. Im Stand dann nach vorn schauen.
- Zu früh zu schwer: Ein wackliger, halb kontrollierter Get-Up belastet die Schultern unnötig. Erst das Muster sitzen, dann die Last steigern.
Das passende Kettlebell-Gewicht wählen
Beim Turkish Get-Up solltest du leichter starten, als dein Ehrgeiz vorschlägt. Viele Einsteiger liegen gut bei etwa 8 kg (Männer) und 4 kg (Frauen) und legen erst zu, wenn jede Position ruhig sitzt. Genau hier spielt ein verstellbares Gerät seine Stärke aus. Mit der verstellbaren aerobis Kettlebell stellst du jedes Gewicht von 1 kg bis 25 kg ein, indem du sie mit Sand oder Stahlschrot füllst. So übst du das Muster leicht und steigerst in kleinen Schritten, ohne ein ganzes Regal Glocken zu kaufen. Zusammengefaltet passt sie ins Handgepäck, das Get-Up-Training reist also mit.
So baust du den Turkish Get-Up ins Training ein
Weil der TGU langsam und anspruchsvoll ist, brauchst du keine hohen Wiederholungszahlen. Ein guter Start sind 2 bis 4 kontrollierte Wiederholungen pro Seite, über ein paar Sätze. Du kannst ihn unterschiedlich nutzen: im Aufwärmen, um Schultern und Rumpf wachzumachen, als Hauptübung mit mehr Last oder zum Abschluss mit leichterer Ausdauerarbeit. Healthline beschreibt Kettlebell-Ganzkörperbewegungen als Mischung aus Kraft, Ausdauer und Koordination in einer effizienten Einheit. Genau deshalb reicht oft eine einzige Kettlebell.
Trainierst du den Get-Up ein- bis zweimal pro Woche neben Schwüngen, Kniebeugen und Drückübungen, baust du Kraft auf, die sich überall zeigt. Bereit loszulegen? In der aerobis Weights Kollektion findest du die verstellbare Kettlebell und alles, was du brauchst, um den Turkish Get-Up zu Hause, im Studio oder unterwegs zu trainieren.


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